Die Eiche

Allgemeines:
Die Eichen, botanisch in der Gattung Quercus zusammengefasst, sind unter Deutschlands Laubbäumen aus der Familie der Buchengewächse(Fagaceae) die mächtigsten. Es gibt über 500 bis 600 Eichenarten, die alle in der nördlichen Halbkugel heimisch sind, vor allem in Europa, Süd-, Sudost- und Vorderasien, Nord- und Mittelamerika. Nur etwa 70 Arten werden kultiviert. Die bekanntesten Arten, die in Deutschland kultiviert werden, sind: Stieleiche, auch Sommereiche oder "Deutsche Eiche", Quercus pedunculata oder robur, Pyramideneiche, Quercus pedunculata "Fastigiata", Trauben- oder Wintereiche, Quercus petraea oder sessiliflora, Steineiche, Quercus ilex, Amerikanische Roteiche, Quercus rubra oder borealis, Zerreiche, Quercus cerris, Scharlacheiche, Quercus coccinea, Ungarische Eiche, Quercus frainetto, und Sumpfeiche, Quercus palustris. Recht häufig im westlichen Mittelmeergebiet wird die zur Korkgewinnung genutzte Korkeiche, Quercus suber, angepflanzt. Einige Eichenarten können über tausend Jahre alt werden.

Beschreibung
Charakteristisch für die meisten Eichenarten sind die nervigen, gelappten oder rund gesägten Blätter an kurzen Stielen. Die männlichen Blüten hängen an den Spitzen der vorjährigen Triebe, die weiblichen entwickeln sich in den Frühjahrsmonaten direkt darüber. Die Eicheln sind von einer Becherartigen Hülle umgeben.



Die Stieleiche:
Stattlicher Laubbaum mit breiter, kugelig gewölbter Krone, der bis zu 50 m hoch wird. Der Stamm ist schon in geringer Höhe in mehrere Äste aufgeteilt. Die Äste sind mehrfach gekrümmt oder gedreht. Die rinde ist hellgrau bis hellgraubraun und schon im jungen Stadium tief gefurcht. Die Blätter sind ca. 10 cm lang und ca. 8 cm breit, verkehrt eiförmig., beidseitig mit etwa 5-7 rundlichen Lappen, die etwa bis zur Blattmitte eingeschnitten sind. Die Lappenspitzen der rechten und der linken Blattseite stehen sich nicht genau gegenüber, so dass das Blatt etwas asymmetrisch wirkt. Die Blattunterseite ist heller als die mattdunkelgrüne Oberseite. Die 1,5 bis 2 cm langen, eiförmigen Eicheln sind von einem flachen Beckher umgeben, meist zu 2 oder 3 auf 4-6 cm langen Stiel. Dieses Merkmal ist für die Namensgebung dieser Eichenart verantwortlich.

Die Pyramideneiche:
Sie ist eine Spielart der Stieleiche, die langsamer wächst und nur 15 bis 20 m hoch wird. Dieser dekorative Baum eignet sich besonders als Parkbaum.

Die Trauben- oder Wintereiche:
Dieser stattliche, sommergrüne Baum hat eine dicht geschlossenen, gewölbte Krone. Der gerade Stamm reicht bis in den mittleren Kronenbereich. Die Äste sind steil aufsteigend. Die im Jungstadium noch recht glatte Rinde wird bei älteren Exemplaren dicht von feinen Rissen und Furchen durchzogen. Doe 8 bis 12 cm langen und rd. 5 cm breiten, verkehrt-eiförmigen Blätter sind am Grund keilförmig verschmälert. Die 5 bis 9 Paar rundlichen Lappen sind nicht tief eingeschnitten. Auf der Oberseite sind die Blätter mattdunkelgrün, auf der Unterseite heller. Die Blattstiele sind 1 bis 2 cm lang. Die Eicheln werden in Gruppen zu 2 bis 6 gebildet und sind nur sehr kurz gestielt. Der Becher schließt nur etwa ein Viertel der Eichel ein.


Steineiche: fossiles Eichenblatt

Die Steineiche:
Die Steineiche zeichnet sich durch eine breit ausladende Krone aus, besonders im Freistand. Dazu kommt es, weil der Stamm bereits sehr früh sich in dicke Äste gabelt. Die Rinde ist tiefdunkelbraun oder schwärzlich. Sie löst sich in schuppig gestaltete Felder auf. Die 4 bis 10 cm langen Blätter können am Rand unterschiedlich gestaltet sein, sind meist aber länglich-eiförmig mit schlanker Spitze. Sie sind fest, ledrig-derb, auf der Unterseite grau-filzig. Die 2 bis 3 cm langen Eicheln stehen meist zu dritt und sind vom Becher meist bis zur Hälfte umhüllt.

Die Amerikanische Roteiche:
Dieser sommergrüne Laubbaum kann bis zu 35 m hoch werden. Im Jungstadium ist die Krone kegelförmig, ältere Exemplare sind kuppelförmig gewölbt. Schon in geringer Höhe über dem Boden teilt sich der Stamm in kräftige Äste, die bogig abhängend oder steil aufgerichtet sind. Die silbergraue Rind bleibt lange glatt,m wird aber im Alter rissig und etwas dunkler. Die Blätter werden 10 bis 25 cm lang und etwa 10 cm breit und haben einen ovalen bis verkehrt eiförmigen Umriss. Sie sind in 3 bis 5 Lappen geteilt, deren Buchten bis zur Hälfte der halben Blattspreite reichen. Die Lappen laufen spitz aus. Die Blattoberseite ist matt dunkelgrün, die Unterseite etwas heller. Die 2 bis 3 cm langen Blattstiele sind an der Basis deutlich verdickt und rötlich. Die Eicheln sind breit eiförmig und sitzen an einem 1 cm langen Stiel. Der sie umgebende Becher ist flach. Nur jüngere Bäume zeigen im Herbst die auffällige Rotfärbung des Blattwerks, ältere Exemplare färben sich ungleichmäßig gelb bis braun.

Die Zerreiche:
Dieser sommergrüne Laubbaum hat einen verhältnismäßig schlanken Stamm, der sich in ziemlich regelmäßig angeordneten Ästen, die steil nach oben Ragen, aufteilt. Die Rinde ist auch bei jüngeren Exemplaren deutlich gefurcht, graubraun und oft in kleineren Platten abspringend. Die 8 bis 11 cm langen und 5 cm breiten Blätter haben einen ovalen Umriss, der an beiden Enden sich keilförmig verschälert. Sie sind in 7 bis 9 ungleich großen Lappen geteilt, die durch spitz zulaufende Buchten getrennt werden. Die Buchten reichen selten bis zur Mittelrippe. Die Lappenspitze ist rundlich oder spitz. Auf der Unterseite sind sie mit weichen Flaumhaaren besetzt. Der Blattstiel ist bis zu 1,5 cm lang. Die Eicheln werden fast ganz von grob geschuppten Bechern umhüllt. Die Zerreiche ist eine wichtige laubabwerfende Art im südosteuropäischen Raum.

Die Scharlacheiche:
Dieser sommergrüne Laubbaum wird ca. 25 m hoch. Die Krone, die im jungen Stadium kegelförmig ausgebildet wird, ist bei älteren Exemplaren zunehmen gewölbt. Der Stamm ist meist schlank und etwas gekrümmt. Die änfänglich eher glatte, hellgraue Rinde mit typischen Lentizellen wird im Alter dunkel und feinrissig. Die Blätter sind 8 bis 1^0 cm lang und fas ebenso breit. Sie haben einen elliptischen Umriss, sind aber an jeder Seite in drei ungleich große Lappen geteilt, diese ihrerseits mit mehreren Stachelspitzen versehen. Die Buchten zwischen den Lappen reichen fas bis zum Mittelnerv heran. Die Lappen stehen nahezu rechtwinklig zur Mittelrippe. Beide Seiten der Blattspreiten sind glänzend, die untere deutlich heller mit kleinen Achselbärtchen. Die Eicheln sind fast bis zur Hälfte in einem grobschuppigen Becher eingelassen. Seinen Namen trägt dieser Baum zu Recht, denn im Herbst zeigen seine Blätter eine sehr auffällige scharlachrote Färbung.

Die Ungarische Eiche:
Die Eichenart ist im ostmediterranen Florenelement weit verbreitet. Sie ist nicht in Ungarn heimisch, obwohl ihr Trivialname dieses suggeriert. Der sommergrüne Baum erreicht beträchtliche Größen, im Durchschnitt wirden er 30 m hoch. Die Stämme sind schlank und gerade. Die Äste sind aufwärts gerichtet. Freistehende Exemplare entwickeln eine aus starken Ästen bestehende, unregelmäßig geformte, große Krone. Die Borke wird früh rissig, ist dunkelrotbraun gefärbt, die sich ablösenden Teile lassen sich leicht mit der Hand zerbröseln. Die wechselständig angeordneten Blätter sind verkehrt eiförmig und haben einen sehr kurzen Blattstiel. Die 7 bis 9 vorn abgerundeten Lappen sind durch schmale Buchten voneinander getrennt. Die Mittellappen weisen meist noch Nebenlappen auf. Während bei jüngeren Exemplaren die Buchten verhältnismäßig tief sind, fehlen sie oft ganz bei älteren Exemplaren. Oberseits sind die Blätter frisch grün, unterseits heller. Die fast sitzenden ovalen Eicheln sind in Gruppen von 2 bis 7 angeordnet, 2 bis 3 cm lang und etwa 2 cm breit. Der Becher, der mit typischen gelblich braunen, zungenförmigen Schuppen, die sich am Rand zurückkrümmen, besetzt ist, kann etwa 12 mm hoch werden.

Die Sumpfeiche:
Die sommergrüne Sumpfeiche wird nur etwa 25 m hoch. Bei jüngeren Exemplaren ist die Krone eher schlank, bei älteren leicht gewölbt. Im unteren Abschnitt ist der Stamm fast immer astfrei und erst im oberen Bereich regelmäßig beastet. Die Rinde ist zunächst glatt und hellgrau, später dunkler mit deutlichem Streifenmuster. Die Triebe sind glänzend mit auffälligen, weißen Lentizellen. Die Blätter haben einen rundlichen oder elliptischen Umriss und sind 8 bis 17 cm lang und fast ebenso breit. Auf jeder Seite sind 3 bis 4 tief eingeschnittene Lappen. Jeder Lappen ist seinerseits in mehrere Grannenzähne geteilt. Die Lappen sind abstehend und überwiegend nach vorne weisend. Die Einbuchtungen reichen fast bis zur Mittelrippe. Die Blattoberfläche ist beiderseits leicht glänzend, auf der Unterseite jedoch etwas heller. In den Achseln der Blattnerven befinden sich auf der Unterseite kleine, dichte Haarbüschel, die der recht ähnlichen Scharlacheiche fehlen. Im Herbst zeigen die Blätter eine auffällige Färbung, die von karmin bis weinrot reicht. Die Eicheln sind kugeligrund und sind bis zur Hälfte in Becher versenkt.
Korkeiche



Die Korkeiche:
Der immergrüne Laubbaum, der vor allem im westlichen Mittelmeergebiet intensiv zur Korkgewinnung angepflanzt wird, hat eine weit ausladende, meist rundlich gewölbte Krone auf einen meist schief gewachsenen Stamm. Er wird höchstens 20 m hoch, ist meist aber nur 6 bis 10 groß. Die Äste sind kurz und auffallend dick, häufig bizarr gedreht und gabelig verzweigt. An jungen Bäumen ist die Rinde mit fein gefurchten korkleissten versehen. Ältere Bäume zeigen eine korkige, dicke, weißgraue, etwas schwammige Rinde und ein weit gestelltes Korkleistenmuster. Nach dem Schälen verfärbt sich der Stamm rotbraum, bis sich nach einiger Zeit neue Korkschichten gebildet haben. Die derben, ledrigen Blätter werden 4 bis 7 cm lang und etwa 3 cm breit, sind oval oder länglich, vorne spitz und an jeder Seite mit 5 bis 6 dornigen Zähnen versehen. Der Rand ist oft etwas wellig. Auf der Oberseite sind sie glatt dunkelgrün, auf der Unterseite grünlich-grau behaart. Die etwa 3 cm langen, ovalen Eicheln sitzen bis zur Hälfte im Becher, außen mit großen, oben auch verlängerten Schuppen bedeckt ist.

Standort und Vermehrung

Die Stieleiche
wächst besonders gern auf tiefgründigen, frischen oder mäßig feuchten Boden. Sie verträgt größere klimatische Extreme als die nah verwandte Traubeneiche und ist daher weit verbreitet, von der Ebene bis ins mittlere Bergland. Verbreitet sind sie bei uns am Niederrhein.

Die Pyramideneiche
stellt ähnliche Bodenansprüche wie die Stieleiche, wächst aber wesentlich langsamer.

Die Trauben- oder Wintereiche
wächst bevorzugt auf Silicat-Böden, auch auf trockenen Standorten und auf Felsen. Sie ist in Europa (außer im Nordosten und im Osten) verbreitet, wo sie vielfach auch forstlich kultiviert wird.

Die Steineiche
wächst auf allen Bodenarten, besonders an trockenen Standorten bis zu einer Höhe von 1400 m über dem Meeresspiegel. Sie ist überall im Mittelmeergebiet weit verbreitet und stellenweise noch in geschlossenen Steineichenwäldern erhalten. Außerdem wird sie in wintermilden Klimalagen wie im Rheinland als Zierbaum gehalten..

Die Amerikanische Roteiche

bevorzugt flachgründigen Kies- und Sandboden. Sie ist ursprünglich nur im östlichen Nordamerika beheimatet, wo ihr natürliches Areal etwa von Neuschottland bzw. dem Gebiet der großen Seen südlich bis nach Texas reicht. Durch forstlichen Anbau wurde sie seit längerer Zeit auch überall in Europa, bevorzugt in Mitteleuropa, eingeführt und hier als Park- und Zierbaum angepflanzt.

Die Zerreiche
bevorzugt humose Böden in trockenen und warmen Klimalagen. Bodenständige Vorkommen sind in Mitteleuropa nicht bekannt, sieht man von einigen klimatischen Wärmeinseln wie im Oberrheintal ab, denn sie ist wenig frostresistent. Der forstliche Anbau ist daher nur im wärmeren Süden möglich.

Die Scharlacheiche
ist im östlichen und zentralen Nordamerika beheimatet und wird in Europa seit geraumer Zeit in Parkanlagen als Zierbaum angepflanzt. Mitunter findet man diesen Baum auch in Bepflanzungen von Plätzen und Straßen. Forstlich wird die Art außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes allerdings kaum angepflanzt..

Die Ungarische Eiche
ist hinsichtlich der Bodenqualität eher anspruchslos: Sie wächst sowohl auf steinigen als auch auf tonig-mergeligen Böden. Sie gedeiht am Besten in Gebieten mit langen, warmen Sommern und milden Wintern, kann aber auch Fröste vertragen. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Süditalien über die Balkanhalbinsel bis zum nordwestlichen Teil Kleinasiens. Innerhalb der heutigen Staatsgrenze von Ungarn kommt die Ungarische Eiche nicht natürlich vor, obwohl es kleinere Anpflanzungen gibt.

Die Sumpfeiche
stammt aus dem nordöstlichen Nordamerika. Wegen der schönen und ausgeprägten Herbstfärbung des Laubs, wird sie Supfeiche in vielen Teilen Europas als Park- und Zierbaum, auch entlang von Straßen und Alleen, angepflanzt. Ein forstlicher Anbau findet versuchsweise nur in gerigem Umfang statt.

Die Korkeiche
bevorzugt warme, offene, lichte Hartlaubwälder in Küstennähe. Der Boden sollte Kalkfrei sein.

Als echte Kätzchenblüher sind alle Eichen blütenökologisch nicht auf Insektenbesuch angewiesen. Sie überlassen die Bestäubung dem Wind, der die Pollen über große Entfernungen verfrachtet. Man spricht von anemogame oder windblütige Pflanzen. Die Bäume oder Sträucher tragen sowohl männliche als auch weibliche Blüten auf einer Pflanze. Sie sind daher einhäusig (monözisch): Die männlichen Blütenstände sind kätzchenartig hängend und fallen während der Blütezeit besonders auf, die weiblichen ährig oder kopfig. Die weiblichen Blüten haben die Blütenformel P3+3 G(3), was soviel bedeutet, dass 6 Blütenhüll(Perigon = P)blätter in zwei Reihen verteilt sind (P3+3) und drei Fruchtblätter (Gynözeum = G) miteinander verwachsen sind (durch die 3 in Klammern verdeutlicht).

Nach der Befruchtung der weiblichen Blüten mit dem Pollen der männlichen Blüten entwickelt sich die Frucht (Eichel), die nach Eichenart in einer oder in zwei Vegetationsperioden heranreifen. Jahre mit reicher Eichelnentwicklung nennt man Mastjahre. Sie können unterschiedlich oft auftreten, so z.B. bei der Stieleiche alle 7 bis 10 Jahre.

Zur Aussaat werden die Eicheln gut getrocknet, über den Winter in feuchten Sand geschichtet und im März ausgesät. Sie bleiben unter diesen Bedingungen nur 1 Jahr keimfähig.

Wirtschaftliche Bedeutung   > Seitenanfang

Die Eicheln werden für Kaffee- und Mehlersatz genutzt. In Eichenwälder trieb man früher zur Zeit der Eichelreife die Schweine hinein, um sie zu mästen. Die nährstoffreichen Nussfrüchte dienten auch der Wildfütterung.

Vor allem wird aber ihr ringporiges Holz als Bau- und Möbelholz wegen seiner Dichte, Festigkeit und Beständigkeit geschätzt. Das besonders feste Holz der Stiel- und Traubeneiche (Dichte 0,7 g/cm3)wird und wurde im Fachwerkbau, bei der Fassherstellung, für Bahnschwellen und als Möbelholz genutzt. Das schwerste Eichenholz überhaupt mit einer Dichte von 1,14 g/cm3hat sie Seineiche. Alle amerikanischen Eichenholzarten haben eine geringere Dichte, sind also weicher.

Waldbaulich werden Eichenwälder als Hochwald mit einer Umtriebzeit von 150 bis 300 Jahren oder als Niederwald mit einem Umtrieb von 12 bis 20 Jahren bewirtschaftet. Letztere werden zur Rindengewinnung als Schälwald betrieben. Aus der Rinde gewinnt man Gerbstoffe für die Gerberlohe. Die Gerbstoffe sind in fast alle Eichenarten enthalten und wurden früher in der Gerberei in großen Mengen eingesetzt.

Im südwestlichen Mittelmeergebiet und am Schwarzen Meer wird die Korkeiche zur Gewinnung von Kork (Flaschenkork, Isoliermaterial, Schwimmer u.a.) gezogen. Die erste Schälung (Jungfernkork) findet im Baumalter von 25 Jahren statt, weitere Ernten finden alle 8 bis 10 Jahren statt. Jeder Baum liefert im Laufe seines Lebens rd. 100 kg Kork.

Zur Herstellung der Tussah-Seide durch den chinesischen Seideneichenspinner, Antherea pernyi, werden Quercus dentata und Quercus mongolica gezogen, da der Spinner sich von diesen Bäumen ernährt.

An der Kermeseiche, Quercus coccifera, lebt die Kermesschildlaus, die den roten Farbstoff Carmesin liefert.

Schließlich liefert die Färbereiche, Quercus tinctora, eine farbstoffhaltige Rinde, mit der Fasern gefärbt werden können.

Kulturhistorisches
Die Eiche hat bei den Völkern der westlichen Welt aufgrund der mächtigen Krone, der tiefgefurchten Rinde und des dauerhaften Holzes auch eine große kulturhistorische Bedeutung gehabt. Die alten Griechen sagten in der berühmten Orakelstätte Dodona in Epirus unter den rauschenden Blättern einer Eiche, die als heiliger Baum galt, die Zukunft voraus. Bei den Römern war die knorrige Eiche Jupiter geweiht. Schließlich suchten die Germanen die Götter gnädig zu stimmen, indem sie Feuer aus Eichenholz zündeten.

Von der Macht des Christentums versuchte der Heilige Bonifatius die heidnischen Hessen zu überzeugen, indem er die der germanischen Gottheit Donar, Herr des Gewitters, geweihten Eiche im Jahr 724 in Geismar fällte.


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